Referat „Stromversorgung Schweiz“ und Besuch Meisterschaftsspiel

Rund 30 erwartungsvolle Mitglieder des 11er Clubs trafen sich am 28. Januar 2026 im Schulhaus St.Leonhard zum seit vielen Jahren hoch aktuellen Thema „Stromversorgungs-Sicherheit Schweiz – in Zukunft gefährdet?“

Unser Referent, Adriano Tramèr, Maschinenbau-Ingenieur ETH und Master in Betriebswissenschaften der ETH Zürich ist seit April 2012 Mitglied der Geschäftsleitung der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) und Leiter Produktion und Energielösungen.

Bis vor wenigen Jahren war der AXPO Konzern der grösste Schweizer Stromproduzent und international in mehr als 30 Standorten in Europa, Nordamerika und Asien führend im Energiehandel.

Die SAK bezog den Strom von der Axpo und belieferte die Elektrizitätswerke von Gemeinden und Korporationen.

Ab 2021 hat auch die SAK aufgrund der Strommarktöffnungen ihre Geschäftsfelder von der Energieproduktion, dem Energieverkauf und dem Energiehandel zum innovativen Energiebeschaffungs- und -versorgungsunternehmen der Ostschweiz ausgebaut und angepasst, bzw. anpassen müssen. Mit rund 460 Mitarbeitenden plant, baut und betreibt die SAK Kraftwerke für die Versorgung der Kunden mit Strom und Wärme, betreibt ein Glasfasernetz für die schnelle Datenübertragung und erbringt weitere Dienstleistungen und Kooperationen  wie zum Beispiel in Wittenbach ein grosses Fernwärmenetz bereits seit 2013 mit der Gemeinde.

Adrian Tramèr betont, dass man beim Thema „Stromversorgungs-Sicherheit“ von einer doppelten Unsicherheit für die Zukunft ausgehen müsse.

Einerseits könne man aufgrund der seit 2017 beschlossenen Energiestrategie 2050 auf unsere Wasserkraft zählen und weiter optimieren. Auch könnten wir dank Sonne und Wind sehr viele fast unbeschränkt erneuerbaren Energiequellen nutzen und weiterentwickeln. Aber zu viele grosse Projekte werden mit selbst kreierten, emotionalen und sehr widersprüchlichen Argumenten bekämpft, verzögert oder gar verhindert.

Zwar wird mit grossem Engagement immer wieder aufgezeigt, wo und wieviel Energie verbraucht wird (33 % Verkehr/Mobilität, 30 % Haushalte/Gebäude, 20 % Industrie, 17 % Dienstleistungen) und wo und wie Energie ohne Komforteinbussen gespart werden könnte mit

  • Gebäudesanierungen
  • Reduktion der Energieverschwendung mit kleineren und effizienteren Maschinen, Motoren und Geräten
  • Fernwärmeanlagen und Wärmepumpen
  • Nutzung von Abwärme aus anderen Betrieben
  • Effizienzsteigerungen sowie mit der
  • Erstellung von Photovoltaik- und Windparkanlagen

Allerdings können diese realistischen Stromeinsparungen mit dem gleichzeitig stark steigenden Stromverbrauch nicht erreicht werden und unsere Abhängigkeit von Strom wird sogar grösser.

In den „wilden Diskussionen und Vorstellungen“ über das wie, wo und bis wann wird sehr oft vergessen, dass

  • unsere erneuerbaren Energiequellen über’s Jahr sehr unregelmässig produzieren können,
  • die Stromspeicherung erst nach weiteren Entwicklungsschritten eine echte Entspannung bringen wird,
  • unsere Stromnetze und -leitungen für Stromlieferung und Rückspeisungen sehr aufwendig umgebaut werden müssen und
  • auch wieder geforderte neue AKW mindestens 20 Jahre (Bewilligung, Bau, Finanzierung) benötigen würden.

Nach weiteren interessanten Informationen und der Beantwortung von Fragen aus der Runde wird klar, dass unsere Stromversorgungs-Sicherheit bis auf Weiteres gefährdet bleiben wird, obwohl wir als Schweiz sehr stark und immer mehr vom Strom abhängig sind und auch unabhängig davon, ob wir mit der EU zusammenarbeiten oder den Alleingang wählen; wir müssen so oder so unsere eigene Stromproduktion steigern und gleichzeitig unseren Verbrauch reduzieren. Andernfalls drohen auch uns – wie bereits in einigen Ländern – starke Strompreiserhöhungen und/oder temporäre und einschneidende Stromabschaltungen.

Noch in Gedanken versunken ergab sich dann beim BBB plus feinem Dessert in der Sporthalle Kreuzbleiche genügen Zeit zum Smalltalk und Gedankenaustausch.

Wieder gestärkt wurde dann die Gelegenheit genutzt, das Meisterschaftsspiel zwischen dem LC Brühl Handball und dem DHB Rotweiss Thun live in der Sporthalle zu verfolgen , sich am überzeugenden Sieg unseres Teams zu freuen und sich vielleicht für weitere spannende Spielbesuche zu motivieren. (wh)

fotografiert von Foto Lautenschlager GmbH

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